unser Baumhaus

ich weiß nicht mehr genau, wann die Idee geboren wurde, aber es ist schon ein kleine Weile her. Die alten Bäume in unserem Garten schrien irgendwie nach einem Spielplatz für unseren Sohn und wer mich kennt, der weiß, dass ich mehr Spaß daran habe, etwas selber zu planen und dann nach reiflicher Überlegung umzusetzen.

Zuerst habe ich ein paar Internetseiten (vermutlich hunderte) und immerhin 2 (!) Bücher studiert und habe so langsam aber sicher in meinem Kopf das richtige Bild gemalt.

Die größte Herausforderung für mich war die Befestigung am Baum. Es sollte schonen für den Baum sein, mich nicht jedes Jahr binden und nach Möglichkeit “mit wachsen”.

Bei den Recherchen bin ich auf sogenannte “treehousebolts” (dt. Baumhausschrauben) gestoßen. Die Amerikaner sind da ein bisschen weiter als wir. (Link kommt noch) Im Großen und Ganzen sind das ziemlich dicke Bolzen mit einer noch dickeren Wulst in der Mitte. Mit dick meine ich Bolzen im Bereich 1-1,5 Zoll. Die Wulst ist dann noch mal eine Zoll dicker. Man kann die Dinger im Internet bestellen, dann kosten die aber ein kleines Vermögen. Ich habe mich für die zollfreie Variante entschieden und bin zu unserem örtliche Schlosser / Stahlbauer / Schmied gefahren und habe ihm davon erzählt, und dass ich davon 4 Stück benötige. Eine Zeit später war ich im stolzen Besitz von 4 extra für mein, naja Consti’s Baumhaus gefertigten, verzinkten Tragbolzen.

… und dann ging es los.

Bei OBI (ich bin da irgendwie fast wöchentlich) habe ich mir 4 Dachlatten á 3 Meter besorgt. Diese habe ich zu einem Quadrat grob zusammengezimmert und schon mal “zur Probe” in den Baum hochgezogen. Das war groß. Eigentlich hatte ich vor eine Plattform mit 3,5m x 3,5m zu bauen, aber nachdem ich das gesehen hatte, bin ich in meinen Plänen auf 3m x 2,5m runtergegangen. Das ist immer noch größer als jedes kaufbare Kinderspielhaus.

Beim Holzlieferanten habe ich die Tragbalken und den Rauspund für die Plattform gekauft. Eigentlich wollte ich Tragbalken in 10x20cm nehmen. Es sind am Ende Balken mit 8x16cm geworden.

in der Galerie können schon einmal erste Eindrücke gesammelt werden.

Ansitzdrückjagd in Wotersen

es war phänomenal …

wie habe ich mich über die Einladung gefreut, als ich am 16.10. bei Marci auf dem Geburtstag war. Ansitzdrückjagd auf Hochwild bei Wotersen (das ist das Guldenburg-Schloss).

am 17.12. war es dann endlich soweit. Morgens um 06:00Uhr klingelte erst der Wecker, dann das Handy. Ich wollte auf keinen Fall verschlafen. Die neue Jacke (Deerhunter Targit Winter) hatte ich wie auch die ganzen anderen Utensilien noch nachts bereitgelegt.
Kurz noch zum Geldautomat und dann dem Navi nach.

Etwas überpünktlich um kurz vor 08:00Uhr war ich dann am vereinbarten Treffpunkt. Manfred und zwei weitere waren schon da. Begrüßung, Smalltalk und Warten auf den Rest der Gesellschaft. Kurz noch die Tische für das anschließende Schüsseltreiben aufgestellt und nach zwei weiteren Kaffee und leckeren Brötchen hielt Manfred die üblich Ansprache.

Freigegebenes Wild:

  • jeder Schütze ein Dammwildkalb
  • wenn er kommt einen Knieper
  • weißes Dammwild
  • weibliches Rehwild (alles was kommt)
  • Frischlinge
  • starker Keiler (so an die 100kg) – wer soll den tragen?
  • sowie die üblichen Verdächtigen: Fuchs und Marderhund

Abmarsch.

Ich nahm meine (na ja Mamas) Sauer 80 (Kaliber 7×64) und stieg ins Auto. Ich wurde an einer kleinen Waldecke mit freiem Schussfeld auf das offene Feld bei einer Ansitzleiter ausgesetzt. Super schön und vermutlich einer der wildsichersten Plätze.

Die Sonne ging mir direkt gegenüber hinter einem kleinen Teich auf. Viel schöner geht fast nicht.

Plötzlich fielen in der Ferne schon die ersten Schüsse. Ich war im Jagdfieber :-)

Zuerst kamen zwei Rehe hochflüchtig in ca. 200m Entfernung aus dem Wald. Hund 1 ca. 50m dahinter. Die weiteren Abstände 10m für Hund 2 und 250m für Hund 3. Auch so etwas passiert. Die Rehe sind erfolgreich entkommen.

Danach traten kurz hinter einer Anhöhe (die Läufe waren nicht zu sehen) stehend 6 Stück weibliches Dammwild aus dem Wald und verharrten gute 3-4 Minuten bis sie abzogen.
Schussentfernung: ca. 130-150m ( für mich ein bisschen weit)
In der Optik sahen die gut aus. Eine genaue Ansprache auf Kälber war aber schwierig.
Der Finger blieb gerade.

Plötzlich … platsch, platsch, platsch … kamen direkt bei mir 6 Rehe vorbei. Die machten es einem nicht so leicht. Zügig vorangehend (minimal flüchtend) haben die sich auf dem schweren Boden nicht nur nach vorne, sondern auch noch nach oben und unten bewegt.
Wie soll da ein guter Schuss gelingen?
An der Waldkante angekommen verharrten die letzten drei kurz … aber alle mit den Keulen zu mir.

Die nächsten waren schön. Im Wald tauchten plötzlich 13 Stück Dammwild auf und zogen in ca. 75m Abstand um meine Leiter herum. Ein Schuss war aber zwischen den Bäumen nicht möglich und da waren ja auch noch die anderen Schützen.
In einer Reihe mit einem mittleren Schaufler als Schlusslicht zogen die dann trabend einen Waldweg entlang ab. Leider hinter einer kleinen Böschung.

Danach kamen noch ein paar vereinzelte und eine kleine Gruppe (4 Stück) Dammwild und ein toller Vormittag im Wald ging vorbei.

Nachdem ich wieder eingesammelt wurde und wir zurück waren, wurde das Wild versorgt und Strecke gelegt.

6 Stück Dammwild (Kälber)
9 Stück Schwarzwild (Frischlinge)
5 Rehe

Verblasen der Strecke, Ehrung der Schützen und ab zum Essen. Käse-Lauch-Suppe schmeckt bei Temperaturen kurz über 0 Grad hervorragend.

Lieber Manfred, DANKE für die Einladung.